Stabhochsprung in Beckum – ein Opfer des Windes
Klara Härke gute Vierte in der Windlotterie
Zum 26. Mal fand in Beckum das internationale Stabhochsprung-Meeting der Frauen mit zahlreichen
Weltklasse-Athletinnen statt. Diese Veranstaltung hat schon viele Wetterkapriolen erlebt, selten aber
einen derart unberechenbaren Wind, der es für die Athletinnen fast unmöglich machte, die nötige
Präzision im Anlauf herzustellen. Eine der Leidtragenden war Klara Härke – die Stabhochspringerin
des MTV 49 Holzminden war im sogenannten B-Springen dabei, dem „Vorprogramm“ der
Elite-Athletinnen.
Man fühlte sich an den Filmklassiker aus dem Jahre 1939 erinnert: „Vom Winde verweht“ – und genau so mussten sich die Nachwuchsspringerinnen vorkommen, denn der Wind kam buchstäblich von allen Seiten. „Challenging crosswinds“ – herausfordernder Seitenwind – so bezeichnete der britische Star-Trainer Scott Simpson die Witterungsverhältnisse auf Nachfrage des Stadionsprechers. Und dieser Wind, begleitet von gelegentlichen Regenschauern, verhinderte besonders im B-Springen große Höhen. So sehr sich die Coaches an der Anlage auch mühten, ihren Springerinnen den geeigneten Zeitpunkt zum Anlaufen zu signalisieren – in den meisten Fällen war es frei nach Shakespeare vergebliche Liebesmüh. Als eine der leichteren Athletinnen hatte Klara Härke besonders mit dem Wind zu kämpfen, entschied sich aber angesichts der Verhältnisse fast schon verwegen für einen hohen Beginn bei 3,60 Metern – ein Zeichen für ihr Wissen um ihre hervorragende Form. Und tatsächlich stellte diese Höhe für die MTVerin kein Problem dar. Bei den danach aufliegenden 3,75 Metern streifte Klara in ihren besten Versuchen die Latte zwei Mal herunter, obwohl sie sich bereits hoch darüber befand. Auch hier hatte der Wind für die entscheidende Ungenauigkeit gesorgt und den sonst so dynamischen Absprung verhindert. So blieb es bei den 3,60 Metern, mit denen die MTVerin auf Platz vier kam. Ein gültiger Sprung über 3,75 Meter hätte den Sieg bedeutet, den die Potsdamerin Josephine Fischer mit eben dieser Höhe einfuhr. Den Sieg im Elitespringen trug die Neuseeländerin Imogen Ayris mit 4,55 Metern davon.
