Weltklasse beim MTV49-Stabhochsprung-Meeting
Silke Spiegelburg und Annika Roloff coachen die Stabartisten
Es ist noch ein weiter Weg in die internationale Klasse für die Stabhochspringerinnen und Springer, die sich im Sportpark Liebigstraße um den Sieg und den Reiner Springer-Cup streiten im Heinz Roloff-Stabhochsprung-Meeting. Ein weiter Weg, den Silke Spiegelburg und Annika Roloff erfolgreich beschritten haben, und der in der Teilnahme bei Olympischen Spielen sein Ziel fand. Beide ehemaligen Weltklasse-Springerinnen werden nach Beendigung ihrer Karrieren am Pfingstsamstag ab elf Uhr ihre aktiven Athletinnen und Athleten als Coaches mit ihrer reichhaltigen Erfahrung im Wettkampf betreuen.
Einmal bei Olympia starten – der ultimative Wunsch nahezu aller Leichtathletik-Anfänger. Dieser Wunsch ist der Beginn eines jahrelangen Weges, der nicht nur vom Talent geprägt ist. Er fordert oft jahrelange Hingabe mit zunächst regelmäßigem, später planmäßigem Training, das nicht selten bis zu zehn Trainingseinheiten pro Woche verlangt. Und trotzdem, oder gerade deswegen, schaffen die meisten jungen Athleten nicht den großen Sprung ganz nach oben. Zwei Athletinnen, die diesen Weg erfolgreich gegangen sind, werden am Pfingstsamstag beim Heinz Roloff-Stabhochsprung-Meeting an den beiden Sprunganlagen stehen, um ihre Erfahrung an ihre Schützlinge weiter zu geben. Eine von ihnen ist Silke Spiegelburg, beste deutsche Stabhochspringerin aller Zeiten und mit 4,82 Metern deutsche Rekordhalterin. Sie begann ihre Karriere im heimischen Lengerich, bevor sie zum TSV Bayer Leverkusen in die Obhut von Trainerlegende Leszek Klima wechselte. Auf dem Weg zu Olympia reihte sich in ihren Jugendjahren Erfolg an Erfolg: Sie wurde U18-Weltmeisterin und schmückte sich als U20-Athletin gleich zwei Mal mit dem Titel einer Europameisterin. 2008 belegte sie bei den Olympischen Spielen in Peking den siebten Platz; ihre beste olympische Platzierung gelang ihr vier Jahre später in London: 2012 verpasste sie in der britischen Hauptstadt die Bronzemedaille als Vierte nur hauchdünn. Silke Spiegelburg stammt aus einer Stabhochsprung-Familie – auch ihre drei Brüder Henrik, Christian und Richard hatten sich dieser Disziplin verschrieben; Richard war am Ende der weitaus Erfolgreichste der Drei. Unterstützt wurden die vier Spiegelburgs stets von ihrem 2020 verstorbenen Vater Ansgar, der in seiner eigenen Werkstatt in Lengerich in eigener Kreativität Hilfsmittel für den Stabhochsprung konstruierte. Nach dem Ende ihrer Karriere wechselte Tochter Silke von Leverkusen nach Münster, wo sie als Trainerin der LG Brillux tätig ist. Ihr heutiges Markenzeichen: Der weiße Hut, und damit wird sie auch in Holzminden nicht zu übersehen sein. Der Sprung in die Weltklasse gelang auch Annika Roloff. Die Athletin des MTV 49 Holzminden ist mit 4,60 Metern, die sie 2016 in Landau überflog, Landesrekordhalterin Niedersachsens, und sie hält im Übrigen sämtliche Landesrekorde von der U12-Klasse bis hin zu den Frauen. Mit ihren 4,60 Metern wäre sie heute die führende deutsche Athletin. Im Jahre 2003 gelang ihr als Zwölfjährige die Verbesserung des inoffiziellen Weltrekordes dieser Altersklasse auf 3,51 Meter. Ihr größter internationaler Erfolg war der Gewinn der Bronzemedaille bei den U20-Europameisterschaften im tschechischen Ostrava 2011. Zwei Jahre vor ihrer fast sensationellen Nominierung für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro verbrachte Annika Roloff ein Auslands-Pflichtsemester in Akron in Ohio. Während dieses halbjährigen USA-Aufenthaltes feierte sie zahlreiche Erfolge, die in dem Gewinn der amerikanischen Meisterschaft der Studentinnen in der „Track City“ Eugene in Oregon gipfelten. Sie war damit die erste Nicht-Amerikanerin, der dieser Titelgewinn gelang. Nach ihrer Rückkehr erfüllte sie sich mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Brasilien ihren Lebenstraum. Kurz darauf verpasste sie in Taipeh in Taiwan als Vizeweltmeisterin nur knapp die Goldmedaille. Heute lebt Annika Roloff mit ihrer Familie in der Nähe von Hannover und bleibt als Trainerin der „Holzmindener Außenstelle“ dem Stabhochsprung verbunden. Pfingstsamstag wird sie, unterstützt von Töchterchen Nora, zusammen mit ihrem Vater und langjährigem Trainer Klaus die Stabartisten des MTV 49 betreuen, darunter Klara Härke, die unter ihrer Leistung siebte der U18-Europameisterschaften wurde und kürzlich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften Bronze gewann

