Überragender Paul Stebner in stürmischen Zeiten
Leichtathleten des MTV 49 mit starkem Saisonauftakt
Die niedersächsischen Wettkampfangebote entsprachen nicht den Vorstellungen der Leichtathleten des MTV 49, und so reiste die Holzmindener Abordnung zum Saisonstart nach langer Zeit wieder einmal ins benachbarte „Ausland“, um bei der Bahneröffnung im westfälischen Bad Salzuflen ihre Visitenkarte zu hinterlassen. Dabei ragte besonders Paul Stebner heraus, der dem zum Teil stürmischen Gegenwind trotzte und bei seinem ersten Start in der U18-Klasse in seinen drei Wettbewerben drei neue Bestmarken verzeichnete.
Das sonnige Maiwetter wurde begleitet von einem störenden Wind, der den Sprinterinnen und Sprintern auf der Zielgeraden mit zum Teil vier Metern pro Sekunde ins Gesicht blies und dadurch natürlich erhoffte Resultate verhinderte. Aber auch die Sprintstaffeln wurden durch diese Bedingungen beeinflusst, denn die im Training einstudierten Wechsel verloren ihre Präzision. Auch Anike Pallas, Anna Rieger, Julika Thimm und Laura Robelski, die den MTV 49 über 4x100 Meter vertraten, waren davon betroffen, doch die vier Sprinterinnen ließen sich nicht beirren und verbuchten einen überlegenen Sieg, bei dem sie ihre Bestzeit nur um die Winzigkeit einer Hundertstelsekunde verpassten. Und dann legte Paul Stebner los – selbst sein Trainer Klaus Roloff schaute zunächst ungläubig auf die Siegerzeit seines Schützlings, der bei heftigem Gegenwind seine 100-Meter-Bestmarke von 11,81 Sekunden aus dem Vorjahr auf 11,57 Sekunden steigerte. Sieg Nummer zwei glückte dem MTVer im Weitsprung; auch hier verhinderte der Wind die notwendige Genauigkeit im Anlauf. Ein einziges Mal traf Stebner den Balken, aber dieser Sprung reichte zur neuen Bestweite von 5,70 Metern. Auch das Kugelstoßen beende er als Sieger, und auch hier war seine enorme Steigerung zunächst kaum zu fassen. Mit 14,50 Metern erreichte er mit der Fünf-Kilo-Kugel exakt die gleiche Weite, die er im Vorjahr mit der Vier-Kilo-Kugel erzielt hatte. Pauls erster Zehnkampf steht kurz bevor – man darf gespannt sein. Trotz des Staffel-Erfolges blickte man in enttäusche Gesichter der Sprinterinnen, die mit dem Gegenwind haderten und deutlich über ihren Bestzeiten blieben, jene aber bei besseren Bedingungen ziemlich sicher unterboten hätten. Schnellste MTVerin war Stabhochspringerin Anna Rieger als Dritte der U18 mit 13,35 Sekunden; Laura Robelski wurde in U20 Vierte, und die Jüngste, Anike Pallas, hatte den stärksten Sturm von vorn und landete in ihrer W15-Klasse auf Platz sechs. Auch Neu-Einsteigerin Hannah Preußing hatte in ihrem Rennen keine Chance gegen den Wind. Der schien Debütant Oumar Dao in der Jungenklasse M11 nichts auszumachen, denn er gewann die 50 Meter mir weitem Abstand in 7,51 Sekunden. Dem Sieg im Sprint ließ er den vierten Platz im Ballwerfen mit 37 Metern folgen. 11,39 Sekunden über 75 Meter, die Ruben de Waal den dritten Rang bei den Technisch überzeugend: Tanja beim Weitsprung Zwölfjährigen einbrachten, statteten ihn mit der notwendigen Schnelligkeit für den Weitsprunganlauf aus. Der sprungtalentierte junge MTVer nutzte dies zu einem überraschenden Sieg mit 4,29 Metern. Auch im Hochsprung, an dem er erstmals teilnahm, konnte er überzeugen: Mit 1,40 Metern wurde er Zweiter. Zehn Zentimeter höher sprang Stabhochspringerin Tanja Unverzagt, die sich in der Vorbereitung ihres kommenden Mehrkampfes anderen Disziplinen widmete. Mit 1,50 Metern musste sie sich in der Frauenklasse nur einer Hochsprung-Spezialistin geschlagen geben. Weniger zufrieden war sie dann allerdings mit dem Weitsprungresultat, das ihr dennoch auch hier Platz zwei einbrachte. Erstmals im Trikot des MTV 49 wagte sich Johanna Faust wieder auf die 800-Meter-Strecke. Die Sechste der letztjährigen deutschen W15-Meisterschaften trug jedoch durch lange Krankheits- und Verletzungsphasen im Winter große Defizite mit sich herum, die in der Kürze der Zeit nicht aufzuholen waren. Trotz dieser Einsicht war die junge Läuferin mit ihrem zweiten Platz und ihrer Zeit von 2:30,62 Minuten tief enttäuscht und muss sich nun Schritt für Schritt wieder Richtung Bestzeit herankämpfen.


