Rehabilitation geglückt! Stabhochspringerin Klara Härke bei der Gala der Besten

Klara Härke hat es eindrucksvoll bewiesen: Der Salto Nullo von Rostock war nur ein „Stabhochsprung-Unfall“, wie er fast allen Stabis und immer wieder passiert. Bei der DLV-Junioren-Gala in Mannheim war die MTVerin in einem starken Feld internationaler Athletinnen zweitbeste deutsche U18-Springerin und nahm es sogar erfolgreich mit einer kolossalen Anfangshöhe von 3,60 Metern auf.

Die DLV-Junioren-Gala ist einer der nationalen Höhepunkte eines Leichtathletik-Jahres, eine Art Vor-Qualifikation für internationale Aufgaben, bevor bei den in Kürze folgenden deutschen Meisterschaften endgültige Nominierungen vorgenommen werden. In einem starken 12-köpfigen Feld mit Springerinnen aus der Schweiz, Österreich, Deutschland, Brasilien, Lettland, Spanien und Litauen – allesamt der U20-Klasse angehörig – sollten auch die drei besten deutschen U18-Athletinnen Erfahrung sammeln. Da jedoch die deutsche Jugendmeisterin Anna Hiesinger (Ludwigsburg) erkrankt fehlte, waren nur noch Lotte Gretzler (Mainz) und Holzmindens Klara Härke von dem deutschen U18-Kleeblatt übrig geblieben. Und Letztere ging mit einer gehörigen Portion Unsicherheit in diesen hochklassigen Wettkampf, noch immer „Rostock“ im Hinterkopf. Zudem war die Anfangshöhe auf 3,60 Meter festgelegt worden – Klara hatte bis dahin höchstens einmal einen Einstieg bei 3,40 Metern gewagt. In Mannheim blieb ihr aber nichts anderes übrig, als den Vorgaben zu folgen und eben jene 3,60 Meter in Angriff zu nehmen. Nachdem der erste Versuch fehlgeschlagen war, nahm Klaras Trainerin Annika Roloff die notwendigen Korrekturen vor, und der Schützling der ehemaligen Olympia-Starterin schaffte diese Höhe ganz sicher im dritten Anlauf, was ihre Trainerin zu einem lauten Freudenschrei veranlasste. Damit hatte sich Klara schon mit diesem Versuch „alte“ Sicherheit zurück erobert, und so benötigte sie für die folgenden 3,75 Meter nur zwei Sprünge, um auch diese Hürde hinter sich zu lassen. Der erste Versuch über 3,90 Meter war ungültig, und man entschloss sich, auf weitere Sprünge bei dieser Höhe zu verzichten und gleich vier Meter in Angriff zu nehmen – eine Höhe, an der Klara bislang zwei Mal gescheitert war. Doch bevor es zu diesem Angriff auf die „magische“ Höhe kommen konnte, kam erst einmal der große Regen: Nicht das erste Mal wurde die Gala durch einen Wolkenbruch historischen Ausmaßes unterbrochen. Wer es nicht mehr rechtzeitig unter die Tribüne schaffte, flüchtete unter die Bäume in der Nähe der Stabhochsprung-Anlage, war aber auch hier nach kürzester Zeit nass bis auf die Haut. Nach rund 30 Minuten war der „Spuk“ vorbei und der Wettkampf konnte fortgesetzt werden. Für Klara erwies sich diese Zwangspause als wenig hilfreich: Die MTVerin fand nicht in ihren bis dahin so erfolgreichen Rhythmus zurück, und so blieb es für sie bei 3,75 Metern – einer höchst erfolgreichen Rehabilitation und Position zwei unter Deutschlands besten U18-Athletinnen.

Klaras Sprung über das Tribünendach
Klaras Sprung über das Tribünendach