Anna Rieger springt in einer eigenen Liga. MTVerin gewinnt beim Länderkampf mit neuer Bestleistung
Ihr Vorsprung hätte größer kaum sein können: Beim U16-Ländervergleichskampf in Celle sprang
Stabhochsprungsiegerin Anna Rieger in einer eigenen Liga, ließ der Konkurrenz nicht den Hauch
einer Chance und gewann den W15-Wettbewerb mit neuer Bestleistung von 3,55 Metern – mit einem Abstand von sage und schreibe 95 Zentimetern.
Traditionsgemäß findet der Ländervergleichskampf jedes Jahr am Ende der Freiluftsaison statt – Teilnehmer sind im Normalfall die sieben norddeutschen Leichtathletik-Landesverbände. In diesem Jahr musste man allerdings auf die Teams aus Bremen, Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern verzichten, so dass sich das Starterfeld auf vier Mannschaften reduzierte. Niedersachsen, das diesen Vergleich bisher am häufigsten gewonnen hat, ging auch diesmal als klarer Sieger aus dem Event in Celle hervor. Jeder Verband darf je Disziplin zwei Teilnehmer*innen stellen, von denen der Bessere in die Punktwertung eingeht. Im Stabhochsprung der Mädchen war dies Anna Rieger vom MTV 49 Holzminden, die zum zweiten Mal nach 2023 das „Nationaltrikot“ Niedersachsens tragen durfte. Sie wurde auf Grund ihrer Vorleistung als Favoritin geführt, dass ihr Vorsprung jedoch so gewaltig ausfallen würde, war nicht vorauszusehen. Der Wettbewerb begann bei zwei Metern, und außer der MTVerin waren bei diesem Beginn auch schon alle anderen Springerinnen beteiligt. Anna Rieger machte es sich dagegen zunächst in ihrem Stuhl bequem und beobachtete das Geschehen – guter Dinge nach einem erfolgreichen Einspringen. Erst als nach 2,60 Metern alle Konkurrentinnen ausgeschieden waren, nahm die MTVerin nach kurzer Wieder-Aufwärmphase den Wettbewerb mit dem ersten gültigen Versuch bei drei Metern auf und stand mit diesem Sprung bereits als Siegerin und Punktelieferantin für ihren Heimatverband fest. Auf 3,10 Meter verzichtete sie, übersprang danach 3,20 Meter wieder auf Anhieb, um dann auch
3,30 Meter auszulassen. Erst bei 3,40 Metern griff sie wieder zum Stab, überwand auch diese Höhe im ersten Anlauf und bat danach um 3,55 Meter – eine Höhe, mit der sie ihre Bestmarke von den deutschen Meisterschaften noch einmal um fünf Zentimeter steigern wollte. Auch diesmal brauchte sie nur einen Sprung, um diesen neuen persönlichen Rekord in ihren Besitz zu bringen. Ganze vier Versuche hatte sie bis hierhin benötigt. Die MTVerin ließ die Latte dann auf 3,61 Meter legen, doch diese Höhe war an diesem Tag noch zu viel für die haushoch überlegene Siegerin eines Wettbewerbs, der leider wieder einmal ohne Beachtung durch den Stadionkommentator gleichsam unter Ausschluss der Öffentlichkeit ablief.
