Mit Volldampf ins Wintertraining
MTV 49-Leichtathleten brillieren in Hamburg mit Bestmarken
Die Freiluftsaison der Leichtathleten ist so gut wie vorüber, aber die Leichtathleten des MTV 49 Holzminden wollten es noch einmal wissen und fuhren wie in jedem Jahr zum Hamburger „Fest der 1000 Zwerge“, Deutschlands größter und bekanntester zweitägiger Leichtathletik-Veranstaltung für die Nachwuchsjahrgänge. Fünf Holzmindener „Zwerge“ überraschten noch einmal mit sieben neuen Bestleistungen und holten sich damit gehörigen Rückenwind für das kommende Wintertraining.
Einmal die 100 Meter unter zwölf Sekunden rennen – das war der besondere Wunsch von Paul Stebner, dem fünffachen Niedersachsenmeister, der gleich morgens im ersten Vorlauf hinter seinem Startblock stand. Auf 12,03 Sekunden stand sein bisheriger Hausrekord. Trotz erneut heftigem Gegenwind unterbot der M15-Athlet diese Zeit deutlich und verbesserte sich gleich um mehr als zwei Zehntelsekunden auf 11,81 Sekunden. Aber dieser phänomenale Start in den Wettkampftag sollte erst der Anfang sein.
Auf das Finale, das Stebner als einer der Schnellsten erreicht hatte, verzichtete er zugunsten des fast gleichzeitig stattfindenden Stabhochsprungs. Nach seinen bisherigen Versuchen mit dem Stab lag hier eigentlich ebenfalls eine neue Bestmarke in der Luft, aber es zeigte sich, dass der junge MTVer bei allem großen Potenzial noch einige Zeit für diese komplexe Disziplin braucht. Seine 3,20 Meter reichten immerhin für Platz drei. Nach seinem letzten Versuch wandte er sich reichlich „angefressen“ dem Kugelstoßring zu – und hier zeigte der Landesmeister seinen besten Wettkampf des Jahres: In einer hervorragenden Serie, in der ihm vier Versuche über 14 Meter gelangen, setzte er mit der neuen Bestleistung von 14,50 Metern sein zweites Highlight an diesem Tag.
Mit 13,77 Sekunden aus dem 100-Meter-Vorlauf qualifizierte sich W14-Sprinterin Anike Pallas für das B-Finale, in dem sie sich als Dritte noch einmal auf 13,53 Sekunden steigerte, dabei aber schmerzhaften Kontakt mit der Kunststoffbahn hatte und Schürfwunden an den Beinen davontrug. Dennoch wagte sie sich an den Weitsprung, der bislang nicht zu ihren Vorlieben zählte. Auf einen der vorderen Plätze spekulierte die MTVerin ohnehin nicht, durfte sich aber über eine neue persönliche Bestleistung freuen, die ihre Schmerzen ein wenig linderte.
Auch Mona Kremers – unter der Regie des mitgereisten und erfolgreich coachenden Sprinters Jasper Titze, der seinen Cheftrainer Klaus Roloff tatkräftig unterstützte – konnte sich über eine neue Bestmarke freuen: Mit 4,05 Metern durchbrach sie erstmals ihre persönliche „Schallmauer“ von vier Metern. Das musste doch Auftrieb für den Stabhochsprung geben, den Mona auch mit technisch hervorragenden Sprüngen begann, dann aber mit Ungenauigkeiten im Anlauf nicht mehr zurechtkam. Über ihre zwei Meter und den zweiten Platz mächtig enttäuscht, musste sie ihrer Zwillingsschwester Klio diesmal den Vortritt lassen, die mit 2,20 Metern eine neue Bestleistung verzeichnete und den W12-Wettbewerb für sich entschied.
