Paul Stebner im „Nationaltrikot“ Niedersachsens

MTV 49-Athlet beim Länderkampf in Flensburg im Landesteam

„Hoch im Norden“ Deutschlands fand in diesem Jahr der Länder-Vergleichskampf der norddeutschen Landesverbände statt: Flensburg begrüßte im fast renovierten Stadion sechs Teams junger Leichtathleten der Altersklassen M und W15 – unter ihnen Titelverteidiger Niedersachsen. Mit dabei und im ständigen Einsatz: der fünffache Landesmeister Paul Stebner vom MTV 49 Holzminden.

Es war von vornherein klar, dass eine erfolgreiche Titelverteidung des NLV-Teams nur möglich sein würde, wenn wirklich alles im Wettkampf klappen würde. Zwei Mannschaften waren zum ersten Mal dabei, und mit West-Dänemark als Gast wurde die Veranstaltung erstmals international; aber das Team aus Nordrhein, gespickt mit Athletinnen und Athleten aus Deutschlands Leichtathletik-Hochburg Leverkusen, war am Ende souveräner Sieger bei den Mädchen wie auch bei den Jungen. Trotz einiger Ausfälle belegte Niedersachsens Mannschaft in der Gesamtwertung Platz drei.
Für Paul Stebner war der Einsatz im Hürdensprint und Stabhochsprung geplant – zwei Wettbewerbe, in denen der junge MTVer auch Landes-Titelträger ist. Ganz kurzfristig musste er nach Absagen eingeplanter Sprinter auch noch den Schlusspart in der 4x100-Meter-Staffel übernehmen. Gleich zu Beginn gab es hier schon den ersten Ausfall: In der notdürftig zusammengestellten und ebenso notdürftig eingewechselten Mannschaft stimmte es weder läuferisch noch wechseltechnisch, so dass Stebner als Schlussmann den Stab viel zu spät bekam und das Team so eine Disqualifikation hinnehmen musste.
Unmittelbar nach diesem Staffel-Desaster musste Paul im Stabhochsprung auf die Bahn. Vorsichtshalber hatten er und Landestrainer Klaus Roloff, der an diesem Tag für alle Stabartisten zuständig war, die Anlaufkontrolle vor dem Lauf erledigt. Paul zeigte dann seine besten Stabhochsprünge und flog hoch über 3,20 Meter hinweg. Dass es dann nicht mehr höher ging, lag skurriler Weise an der guten Form des MTVers, dem für die größeren Höhen plötzlich die geeigneten Stäbe fehlten. Nach den letzten Trainingseinheiten war mit diesem Leistungsschub nicht zu rechnen gewesen, aber dieser Auftritt machte Mut für die kommenden Aufgaben.
Schließlich stand für Paul Stebner noch der 80-Meter-Hürdensprint auf dem Programm, der leider mit Gegenwind ablief. Auch hier bestätigte der MTVer seine überragende Form, und wer weiß, welche Topzeit am Ende herausgekommen wäre, wenn ihn nicht eine in seine Bahn verschobene Hürde irritiert und ins Stolpern gebracht hätte. Artistisch fing er sich wieder, rettete sich als Fünfter ins Ziel und blieb trotzdem nur um 17 Hundertstelsekunden über seiner Bestzeit.

Technisch stark verbessert: Paul beim Stabhochsprung
Technisch stark verbessert: Paul beim Stabhochsprung
Dauereinsatz für Paul im Niedersachsentrikot beim Länderkampf in Flensburg
Dauereinsatz für Paul im Niedersachsentrikot beim Länderkampf in Flensburg