Zwei neue Masters-Titel für Michael Talke

MTV 49-Abteilungsleiter zum 18. und 19. Mal Landesmeister

Zwei sommerliche Tage in Zeven für die Senioren-Leichtathleten des Landes, die im Norden Niedersachsens ihre Meisterschaften austrugen. Unermüdlich unter ihnen der Leiter der Abteilung Leichtathletik des MTV 49 Holzminden, Michael Talke, der mit dem Gewinn seiner beiden Spezialdisziplinen Stabhochsprung und 400 Meter Hürden seine insgesamt 18. und 19. Landesmeistertitel gewann.

Regelgerecht wechseln die Leichtathletinnen und Leichtathleten nach der Vollendung ihres 29. Lebensjahres in die nächsthöhere Altersklasse und werden ab M/W30 respektvoll „Masters“ genannt. Während in den Jahren des vorigen Jahrhunderts zu diesem Zeitpunkt die meisten leichtathletischen Karrieren endeten, entfachten die letzten Jahrzehnte neues Feuer in den ehrenhaft ergrauenden Damen und Herren: Es mutete wie ein Aufbruch an, wie ein Aufschrei: „Seht her – wir können es immer noch!“ Nach den Wirren der Berufswahl und neuen Verantwortungen im familiären Bereich stiegen viele „Ehemalige“ wieder voll in den Wettkampfbetrieb ein und verdienen sich seit Jahren mit ihren Leistungen den Ehrennamen „Masters“ in jeder Hinsicht. Starter der Altersklassen M/W 90 und sogar darüber sind keine Seltenheit mehr, auch wenn die Teilnehmerfelder hier naturgemäß recht überschaubar sind. Der berühmte sogenannte „Opa-Lauf“ von Bad Brückenau aus den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts, bei dem „alte“ Männer um die 60 beim Rennen über eineinhalb Kilometer bestaunt wurden, gehört längst der heute belächelten Historie an.
Corona fuhr wie ein Schwert in die Reihen der Masters, die dadurch zahlenmäßige Einbußen hinnehmen mussten. Aber es sind noch immer viele von ihnen mit ganzem Herzen bei der Sache und kämpfen noch immer um Meisterehren – gemäß Elton Johns Song „I’m Still Standing“.
In seiner „ersten“ leichtathletischen Karriere konnte sich Michael Talke, mittlerweile Masters-Klasse M55, mit zahlreichen Landesmeistertiteln schmücken. Seine Vielseitigkeit erstreckte sich über mehrere Disziplinen und bescherte ihm in seiner Jugendzeit sieben Meisterschaften. Nach Jahren der Unterbrechung fand der MTVer wieder Gefallen am Wettkampfsport und fügte seiner Sammlung weitere zehn Masters-Titel hinzu. Einmal reichte es für ihn sogar zu dem lang ersehnten deutschen Meistertitel im Stabhochsprung.
Auf Landesebene liegt der letzte Titelgewinn in seiner Lieblingsdisziplin schon neun Jahre zurück – in Zeven hatte diese Durststrecke nun endlich ein Ende. Nur wenige der Senioren scheinen völlig schmerzfrei in ihre Wettkämpfe zu gehen – auch Michael Talke nicht, der am zweiten Wettkampftag einige Handicaps aushalten musste. Dennoch konnte ihn keiner der acht Mitbewerber gefährden. Als alle anderen M55-Atheten aus dem Rennen waren, nahm der MTVer den Wettkampf auf und benötigte zum souveränen Sieg nur einen einzigen Versuch, um damit den 19. Titelgewinn einzufahren.
Titel Nummer 18 holte sich Michael Talke am ersten Meisterschaftstag über 400 Meter Hürden. Nach seinem dritten Platz im Hochsprung – hier verhinderte ein Fehlversuch einen ebenfalls möglichen Sieg – wagte er sich auf die lange Hürdenstrecke und schimpfte im Nachhinein über ein Rennen, bei dem er nie den nötigen Rhythmus fand. Dennoch war er aber auch in dieser Disziplin nicht zu gefährden. „Nächstes Jahr wird’s besser!“ versprach er beim Abschied. Vielleicht dann endlich mal ohne Beschwerden.

Am Boden, aber nicht besiegt: Michael Talke bei konzentrierter Sprungvorbereitung
Am Boden, aber nicht besiegt: Michael Talke bei konzentrierter Sprungvorbereitung