Stabhochsprung fest in Holzmindener Hand

Das Herbert Schrader-Sommersportfest in Edemissen und die Leichtathleten des MTV 49 Holzminden – das ist schon seit Jahren ein traditionelles Zusammentreffen, und auch in diesem Jahr nahm wieder ein großes Team des MTV 49 an dieser beliebten Veranstaltung teil. Herausragendes Resultat war die neue deutsche M13-Jahresbestleistung im Stabhochsprung durch Niklas Robelski.

Sieben Stabhochspringerinnen und -springer des MTV 49 Holzminden banden ihren Coach Klaus Roloff für Stunden an der Stabanlage. Damit die übrigen Disziplinen nicht in einen „Betreuungsrückstand“ gerieten, übernahmen mit Robin Preußing und Maximilian Schneider zwei gestandene und erfahrene MTV-Athleten das Coaching – und die beiden machten an einem sonnigen, aber windigen Sommertag einen hervorragenden Job.
Für die MTVer begann der Wettkampftag mit einem echten Kracher: Niklas Robelski wagte sich zum ersten Mal auf die 60-Meter-Hürdenstrecke, und was er aus diesem Debüt machte, verschlug allen den Atem: In einem technisch sehenswerten Lauf ließ er die Konkurrenz um sage und schreibe drei Sekunden hinter sich und katapultierte sich mit 9,71 Sekunden an die Spitze der niedersächsischen Jahresbestenliste.
Doch das war erst der Anfang: In einem vom böigen Seitenwind arg gebeutelten Stabhochsprung-Wettkampf entpuppte er sich als Bester aller angetretenen Mitbewerber und verbesserte trotz der äußerst störenden Bedingungen nicht nur seine eigene persönliche Bestleistung auf 3,46 Meter. Zwar führt der deutsche Leichtathletik-Verband keine Bestenlisten in Niklas‘ Altersklasse, doch seine Position als Dritter der nationalen M14-Tabelle lässt nur den einen Schluss zu: Für die M13-Klasse bedeutet dieses Resultat eine neue deutsche Jahres-Bestleistung. Und es war sogar noch mehr drin an diesem Tag, und so denken Athlet und Trainer schon weiter: Im kommenden Jahr soll der M14-Landesrekord das Ziel des jungen MTVers sein – und den hält kein Geringerer als der spätere deutsche Meister Luka Vukcevic (MTV 49) mit 3,81 Metern. Der gesamte Stabhochsprung war in Edemissen fest in der Hand der Holzmindener. Als Sieger der M15 lieferte der noch immer mit seiner Technik hadernde Paul Stebner 3,16 Meter ab, mit derselben Höhe gewann „Wieder-Einsteigerin“ Pia Moszczynski die Wertung der Frauen. Die 12-jährige Mona Kremers festigte ihre niedersächsische Spitzenposition mit der neuen Bestleistung von 2,46 Metern vor ihrer Zwillingsschwester Klio, die nach längerer Verletzungspause mit 2,06 Metern durchaus zufrieden sein konnte. Nach zweijähriger Pause kehrte Laura Käse mit 2,16 Metern als U20-Siegerin wieder in den Stabhochsprung-Zirkus zurück.
Tragisch verlief der Stabhochsprung-Wettkampf allerdings für Überfliegerin Klara Härke: Als Leichtgewicht unter den Stabis und mit ihrem langen 16-Schritt-Anlauf war die U20-Athletin in jeder Phase ein Opfer des Windes, der keinen einzigen präzisen Anlauf zuließ. Und so war der Wettkampf für die MTVerin vorbei, bevor er richtig begonnen hatte. Ihr überragender Weitsprung-Erfolg war nur ein schwacher Trost: Nach nur zwei Sprüngen und einer Weite von 5,43 Metern, mit der sie nur um einen Zentimeter unter ihrer Bestleistung blieb, hatte sie den Wettbewerb zugunsten der Stabhochsprung-Vorbereitung vorzeitig verlassen. Mit ihrer Weite war sie allen übrigen Weitspringerinnen hoch überlegen. Sie kann es eben auch ohne Stab.
Während die 100-Meter-Zeiten vom starken Gegenwind verblasen wurden – lediglich Niklas Robelski über 75 Meter und Anike Pallas über 100 Meter konnten dem Sturm einigermaßen trotzen – und keine nennenswerten Platzierungen erbrachten, begeisterten zwei Sprintstaffeln am Ende der Veranstaltung. Läuferisch sicher nicht die Stärksten, aber mittlerweile routiniert in den Wechseln kam das W12-Team mit Amy-Layn Rotha, Isabell Schröder, Klio und Mona Kremers nach 4x75 Metern als Vierte ins Ziel. Noch besser machte es die kurzfristig umbesetzte U20-Staffel über 4x100 Meter: Anike Pallas, Klara Härke, Julika Thimm und Laura Robelski sicherten sich überraschend den Sieg in ihrer Altersklasse.
 

Zwei Staffelteams mit Freude an der Geschwindigkeit:Stehend das U20-Team, sitzend die 4x75m-Läuferinnen
Zwei Staffelteams mit Freude an der Geschwindigkeit:Stehend das U20-Team, sitzend die 4x75m-Läuferinnen
Niklas Robelski – in Edemissen der überragende Hürdensprinter und Stabhochspringer
Niklas Robelski – in Edemissen der überragende Hürdensprinter und Stabhochspringer
Wechsel der U20-Sprintstaffelvon Klara Härke auf Julika Thimm
Wechsel der U20-Sprintstaffelvon Klara Härke auf Julika Thimm