Niklas Robelski pulverisiert den Landesrekord

MTV 49-Stabhochspringer mit deutscher Jahresbestleistung – Titel für Klara Härke. 66 Zentimeter im Stabhochsprung – ein Klassenunterschied. Aber das ist genau der Vorsprung, mit dem der noch nicht einmal 14jährige Niklas Robelski jetzt die Bestenliste der deutschen M14-Stabhochspringer anführt. In einem geradezu historischen Meisterschaftswettkampf bei den

Landes-Hallenmeisterschaften in Hannover versetzte der junge Athlet des MTV 49 Holzminden alle in Erstaunen, als er „im Vorbeifliegen“ den Landesrekord in seinen Besitz brachte und am Ende mit 4,01 Metern Niedersachsenmeister wurde.

Nach seinem Saisoneinstieg mit 3,80 Metern Anfang Januar war es schon das erklärte Ziel von Niklas Robelski, den Landesrekord Niedersachsens zu brechen. Seit fast zehn Jahren hielt sein Vereinskamerad und späterer deutscher M15-Meister Luka Vukcevic diese Rekordmarke mit 3,81 Metern. Niklas‘ Trainingsleistungen nährten die Hoffnungen des jungen MTVers. Sieben junge Niedersachsen bewarben sich im Sport-Leistungszentrum in Hannover um die Stabhochsprung-Krone, aber zunächst musste sich Niklas Robelski gedulden; seine Einstiegshöhe – so besprochen mit seinem Trainer Klaus Roloff – sollte bei 3,50 Metern liegen. Als er dann wirklich in den Wettkampf eingriff, waren alle übrigen Springer längst ausgeschieden, und nur Vizemeister Bruno Fürle (Bad Gandersheim) überwand mit 3,10 Metern erstmals die Drei-Meter-Schallmauer. Vorübergehend für wenige Minuten Meister, verlor Fürle diese Position umgehend, als der MTVer mit seinem ersten Versuch haushoch über seine gewählte Anfangshöhe hinweg segelte. Nach ebenso sicher überflogenen 3,70 Metern flößten die nun folgenden 3,85 Meter, mit denen er den Landesrekord brechen konnte, offenbar zunächst Respekt ein, doch nach seinem zweiten Versuch feierte er den erfolgreichen Sprung als neuer Rekordhalter jubelnd auf der Matte. In gemeinsamer Absprache entschloss man sich verwegen zu Versuchen über die für alle immer noch „magische“ Höhe von vier Metern, die anzugreifen auch immer wieder Mut vom Athleten erfordert, zumal, wenn er wie Niklas noch am Anfang seiner Karriere steht. Nach zwei ungültigen Versuchen schaffte es der MTVer tatsächlich mit seinem letzten, geradezu sensationellen Versuch, die aufgelegten 4,01 Meter zu überwinden. Damit hat Niklas nun die gleiche Höhe auf seinem Konto wie Klara Härke, die als Favoritin des U20-Wettbewerbs diese Höhe kürzlich ebenfalls geschafft hatte. Für solche Höhenflüge muss immer alles passen, und sie sind nicht jederzeit beliebig abrufbar. In einem Fünf-Damen-Wettbewerb war die MTVerin jederzeit die überlegene Athletin, die nach etwas unsicherem Einspringen rechtzeitig den Faden wiederfand und mit ihrem ersten Versuch über 3,60 Meter die Weichen zur erfolgreichen Titelverteidigung stellte. Dass nach 3,80 Metern die folgenden 3,90 Meter diesmal nicht liegenbleiben wollten, nahm man auf MTV-Seite nicht tragisch und feierte die erneute Meisterschaft als gelungene Vorbereitung für die in Kürze stattfindenden norddeutschen Meisterschaften. Hinter Klara sprang Anna Rieger, immerhin noch U18-Athletin, wie erwartet auf den Silberrang. Dabei verbesserte sie ihre Jahresbestleistung immerhin um 20 Zentimeter und wurde mit 3,50 Metern Vizemeisterin. Ebenfalls auf dem Vizerang landete überraschend die 13jährige Klio Kremers im Wettbewerb der W14-Mädchen. Auch sie konnte sich um 20 Zentimeter steigern und verwies mit 2,40 Metern ihre höhengleiche Zwillingsschwester Mona auf den Bronzeplatz. Die Meisterschaft verpassten beide MTVerinnen lediglich durch die größere Anzahl der Fehlversuche, denn auch die Meisterin kam nur auf 2,40 Meter. Während Laura Robelski im U20-Sprint über 60 Meter erwartungsgemäß im Vorlauf hängenblieb, sich aber dennoch über eine erhebliche Steigerung ihrer Bestzeit freuen konnte, gelang W15-Sprinterin Anike Pallas das Kunststück, als Achte das Finale der acht besten niedersächsischen Sprinterinnen zu erreichen. Hier verfehlte sie ihre Bestzeit aus dem Halbfinale nur um eine Hundertstelsekunde, erkämpfte sich aber den angestrebten siebten Platz

„Der Herr der Stäbe“: Landesrekordhalter  Niklas Robelski ist derzeit der herausragende M14-Stabhochspringer Deutschlands
„Der Herr der Stäbe“: Landesrekordhalter Niklas Robelski ist derzeit der herausragende M14-Stabhochspringer Deutschlands
Die erfolgreiche Titelverteidigerin Klara Härke- hier flankiert von Vizemeisterin Anna Rieger (links) und  Bronzemedaillistin Paula Jasmin Rogge (Werder Bremen)
Die erfolgreiche Titelverteidigerin Klara Härke- hier flankiert von Vizemeisterin Anna Rieger (links) und Bronzemedaillistin Paula Jasmin Rogge (Werder Bremen)
Silber und Bronze für Klio (links) und Mona Kremers im W14-Stabhochsprung
Silber und Bronze für Klio (links) und Mona Kremers im W14-Stabhochsprung