Klara Härke verteidigt die Krone des Nordens

Souveräne MTV 49-Stabhochspringerinnen in Neubrandenburg. Wieder bleibt ein Stabhochsprung-Meistertitel in Holzminden, und wieder ist es Klara Härke, die so überlegen wie im vergangenen Jahr in Potsdam sich auch in diesem Jahr – diesmal in Neubrandenburg - zur norddeutschen U20-Hallenmeisterin kürt und damit die Stabhochsprung Krone erfolgreich verteidigt. Der einzige Unterschied liegt in ihrer Siegeshöhe: Mit 3,90 Metern springt sie bereits jetzt 19 Zentimeter höher als im Vorjahr.

Doch es war nicht nur Meisterin Klara Härke, die die Sonderstellung ihres Vereins in dieser so komplexen Disziplin demonstriert: Gleich drei Athletinnen des MTV 49 fanden sich unter den vier Erstplatzierten, und nur die Hamburgerin Jana Schimkus verhinderte als Dritte den „Sweep“, den totalen Dreifacherfolg der Holzmindenerinnen. Besonders erfreulich, dass sich Vizemeisterin Anna Rieger buchstäblich in letzter Minute mit der Qualifikation für die deutschen Jugendmeisterschaften belohnte. Und so werden in zwei Wochen im „Glaspalast“ in Sindelfingen zwei MTVerinnen die Farben ihres Vereins bei den nationalen Titelkämpfen vertreten. Als Erste musste Julika Thimm zum Stab greifen, und es fiel ihr hörbar ein Stein vom Herzen, als sie im dritten Versuch die Anfangshöhe meisterte. Leider steckt bei ihr noch immer der „Wurm“ in psychischen Details, gegen den sie sich jedoch mit bewundernswerter Hartnäckigkeit zu wehren versucht. Da es danach nicht höher ging, war die MTVerin zu Recht „angefressen“, doch der erfolgreiche Einstieg brachte ihr immerhin den wohlverdienten vierten Platz. Der Trainerjob ist hart und gefährlich– und meistens buchstäblich von oben herab... Quali geschafft: Anna ist sichtlich zufrieden. Das erklärte Ziel von Anna Rieger, ihres Zeichens norddeutsche U18-Meisterin des letzten Jahres, war eine erneute Steigerung ihrer Saisonbestleistung, mit der sie die letzte Möglichkeit am Schopfe packen wollte, noch auf den Zug zu den deutschen Jugendmeisterschaften aufzuspringen. Das Vorhaben lief auch bis 3,40 Meter reibungslos, doch dann brauchte Anna bei 3,50 Metern drei Versuche, blieb aber mit dem dritten erfolgreichen Sprung im Rennen. 3,60 Meter betrug die Höhe, mit der sie in Sindelfingen dabei sein würde – aber damit musste sie schon diese Hallenbestleistung überwinden, um unter den besten deutschen Stabartistinnen starten zu dürfen. Auch hier benötigte sie drei Anläufe, aber im dritten und entscheidenden Versuch blieb die Latte liegen, und damit begleitet Anna ihre Vereinskollegin Klara Härke zu den nationalen Meisterschaften. Klara Härke begann den Wettbewerb mit selbstgewählten 3,60 Metern, die sie auf Anhieb hoch überflog und damit praktisch schon den Titel erneut in der Tasche hatte. Mit dieser Sicherheit im Rücken tauschte ihre Trainerin Annika Roloff Stäbe aus, doch der Versuch schlug bei 3,70 Metern zwei Mal fehl. Erst als beide das Experiment abbrachen und Klara zu ihrem bisherigen Sprunggerät zurück gewechselt hatte, stellte sich umgehend im letzten Sprung die alte Präzision wieder ein. Damit hatte die MTVerin fast die Siegeshöhe des Vorjahres erreicht, doch damit hielt sie sich in diesem Jahr nicht auf: 3,80 Meter und 3,90 Meter übersprang Klara souverän auf Anhieb, und erst bei vier Metern wollte die Sprunglatte nicht liegen bleiben. Es wäre erst das zweite Mal in ihrer Karriere gewesen, diese immer noch exklusive Höhe zu überwinden. Es gab dennoch für Athletin und Trainerin keinen Grund zum Hadern: Klara Härke gewann in Neubrandenburg ihren insgesamt sechsten norddeutschen Meistertitel mit der zweitbesten Höhe, die sie je in der Halle angeboten hatte. Und das Resultat stellte auch ihre Trainerin zufrieden, zu deren Freude sich ihr Schützling zurzeit auf einem hohen Niveau stabilisiert. Sindelfingen kann kommen!

Eine Meisterin  konzentriert sich: Klara nimmt Maß.
Eine Meisterin konzentriert sich: Klara nimmt Maß.
Der Trainerjob ist hart und gefährlich– und meistens buchstäblich  von oben herab...
Der Trainerjob ist hart und gefährlich– und meistens buchstäblich von oben herab...
Stabhochsprung-Siegerehrung in Neubrandenburg. Von links Vizemeisterin Anna Rieger, die erfolgreiche Titelverteidigerin Klara Härke, Jana Schimkus (Hamburg), die Drittplatzierte, und Julika Thimm als Vierte
Stabhochsprung-Siegerehrung in Neubrandenburg. Von links Vizemeisterin Anna Rieger, die erfolgreiche Titelverteidigerin Klara Härke, Jana Schimkus (Hamburg), die Drittplatzierte, und Julika Thimm als Vierte
Quali geschafft: Anna  ist sichtlich zufrieden.
Quali geschafft: Anna ist sichtlich zufrieden.